| Arbeitsmarkt
Warum
frei, willig und schlank?
Über vier Millionen Arbeitslose bei einem Schwarzarbeitvolumen
von € 320 Mrd. sprechen eine deutliche Sprache: Die Arbeitsmarktpolitik
in Deutschland ist grundlegenden Korrekturen zu unterwerfen.
Zu hohe Lohnnebenkosten, die Reform des Betriebsverfassungsgesetzes,
die Ökosteuer, das Gesetz zu den 630 DM (€ 325)
Jobs und die Ausweitung des Kündigungsschutzes stellen
Einstellungshemmnisse dar und verhindern damit den Abbau der
Arbeitslosigkeit. Deutschland kann und darf es sich jedoch
nicht leisten, auf das Potential von 4 Millionen Menschen
im Arbeitsprozess zu verzichten und kann diesen Menschen nicht
zumuten, an den Rand der Gesellschaft gedrängt zu werden.
Deshalb brauchen wir dringend Reformen, die unseren Arbeitsmarkt
in die Freiheit entlassen und für mehr Beschäftigung
sorgen.
Die
Hartz-Kommission...
Die Hartz-Kommission hat ein Konzept für eine zukunftsfähige
Arbeitsverwaltung entwickelt, das den liberalen Vorstellungen
sehr ähnlich ist. Die Trennung der Bereiche Leistungsgewährung
und Arbeitsvermittlung, die Zusammenführung von Arbeitslosen-
und Sozialhilfe, die Begrenzung der Bezugsdauer von Arbeitslosengeld,
die Stärkung der Zeitarbeit, die Beweislastumkehr für
die Zumutbarkeit einer angebotenen Arbeit, die Abschaffung
der Frühverrentung und die Stärkung der älteren
Arbeitnehmer sind Forderungen liberaler Arbeitsmarktpolitik.
Mangels eigener Ideen hat die SPD-Führung die Hartz-Vorschläge
als großen Wurf bewertet. Liberale, parlamentarischen
Anträge, die inhaltlich nahezu deckungsgleich sind, hat
sie abgelehnt. Jedoch dürfen die aufgestellten Forderungen
im allgemeinen Wahlkampfgetöse nicht mit einem Seitenblick
auf gewerkschaftliche Wahlkampfhilfen verwässert werden.
Für
eine nachhaltige Wachstumspolitik
Arbeitslosigkeit lässt sich generell durch zwei Ansätze
senken: Erstens durch eine effektivere Vermittlung und zweitens
durch mehr Arbeitsplätze bedingt durch nachhaltiges Wachstum.
Grundlage für dieses nachhaltige Wachstum ist ein klares,
einfaches und gerechtes Steuersystem mit den Sätzen 15,
25 und 35%, die Abschaffung der Ökosteuer in der jetzigen
Form, der umfassende Abbau von Bürokratielasten und die
Reform der sozialen Sicherungssysteme. Eine effektivere Arbeitsvermittlung
durch Konkurrenz im privatwirtschaftlichen Bereich ist wünschenswert,
kann jedoch in manchen Teilen Deutschlands nur noch den Mangel
verwalten. Die Bundesanstalt für Arbeit muss einer Rosskur
unterzogen werden: Die Bereiche der Arbeitsvermittlung und
der Leistungsgewährung müssen getrennt, Landesarbeitsämter
gestrichen und die Selbstverwaltung der BA muss abgeschafft
werden.
Mehr
Anreize für mehr Arbeit
Arbeit ist zu teuer geworden. Hohe Steuern und Lohnnebenkosten
sind Einstellungshemmnisse, die beseitigt werden müssen.
Das geschieht durch die Reform der sozialen Sicherungssysteme:
Der Wechsel vom Umlage- zum kapitalgedeckten Verfahren in
der Rentenversicherung wird von den Jungen Liberalen als unausweichlich
betrachtet; ferner sind aus der Arbeitslosenversicherung versicherungsfremde
Leistungen herauszustreichen und arbeitsmarktpolitische Maßnahmen
aus Steuermitteln zu finanzieren.
Arbeit ist aber nicht nur zu teuer, sondern auch zu unflexibel:
Deutschland braucht eine durchgreifende Flexibilisierung des
Tarifvertragswesens durch Öffnungsklauseln, eine Erweiterung
des Günstigkeitsprinzips und einer Anhebung der Schwellenwerte.
Geringfügige Beschäftigung muss nicht unsozial sein:
Um geringfügig Beschäftigten wieder die Möglichkeit
zu geben, einen angemessenen Anteil, ihres Verdienstes zu
behalten, sollte die Schwelle, von der ab die volle Steuer-
und Abgabenpflicht einsetzt, von 325 auf 630 Euro erhöht
werden. Die Pauschalbesteuerung soll nach unserer Meinung
in Höhe des Eingangssatzes der Einkommenssteuer gelten,
die Sozialversicherungspflicht ist abzuschaffen. Volle Sozialabgaben
soll nur der bezahlen, dessen Verdienst oberhalb des steuerlich
anerkannten Existenzminimums liegt.
Die Novellierung des Betriebsverfassungsgesetzes und die Ausweitung
des Kündigungsschutzes sind zu korrigieren: Die Schwelle,
welche die Freistellung eines Betriebsrates erfordert, ist
von 300 auf 200 Mitarbeiter gesunken; das belastet gerade
mittelständische Unternehmen und verhindert das Entstehen
neuer Arbeitsplätzen. Gleiches gilt für den Kündigungsschutz:
Die Anwendungsschwelle für das Kündigungsschutzgesetz
für Kleinbetriebe ist von 5 auf 20 Mitarbeiter anzuheben,
da gerade diese Betriebe Arbeitsplätze schaffen können
aber auf der anderen Seite darauf angewiesen sind, flexibel
auf Bedarfssituation und Arbeitsspitzen reagieren zu können.
Für
einen stärkeren Mittelstand
Der Mittelstand ist Job-Garant Nummer 1 in Deutschland, deshalb
müssen wir ihn pflegen: Rot-Grün hat den Mittelstand
mit der Novellierung des Betriebsverfassungsgesetzes, der
Ökosteuer und der Ausweitung des Kündigungsschutzes
hart getroffen. Die "Neuregelung zur Intensivierung der
Vermittlung" des Arbeitsministers Walter Riester hat
dazu geführt, dass Kommunen sämtliche öffentliche
Aufträge als ABM (Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen)
ausschreiben können, damit muss der Mittelstand mit Dumping-Preisen
konkurrieren.
Arbeitsplätze werden durch Gründungen geschaffen.
Die Jungen Liberalen fordern die Abschaffung des Meisterzwanges
als Voraussetzung zur Ausübung eines Gewerbes, um Gründungen
und damit die Schaffung von Arbeitsplätzen zu forcieren.
Wenn du deinen eigenen Kopf hast und möchtest, dass sich
Arbeit und Leistung lohnen, dass der Schritt in die Selbständigkeit
mit einem Kleinbetrieb nicht ein Schritt in eine gefährliche
Ungewissheit wird, dass die richtigen Signale für Aufbruch
und Prosperität gesetzt werden, dann hilf uns dies zu
erreichen.
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