Bildungspolitik

Bildung für die junge Generation
Bildungsreformen sind in den letzten Jahren vernachlässigt worden. Die rot-grüne Bildungspolitik verharrt in Stillstand und Einsparpolitik.

Der Staat tut sich schwer, dieses bürokratische Hoheitsgebiet aufzugeben, und endlich neue Wege zu gehen und den Bildungseinrichtungen mehr Autonomie zuzusprechen.
Statt der Bildung auch haushaltspolitisch den Stellenwert einzuräumen, der ihr inhaltlich eigentlich zukommen müsste, wird zu Lasten der jungen Generation eine immer unverlässlichere Mangelverwaltung an unseren Bildungseinrichtungen betrieben.
Als Folge erleben wir den massenweisen Unterrichtsausfall an den Schulen, überfüllte Hörsäle an den Universitäten, eine zunehmende Bürokratisierung des Bildungswesens und einen weitgehenden Verzicht auf eine Auseinandersetzung über Bildungsinhalte.
Die Bildungspolitik muss politisch und finanziell Priorität bekommen. Wir brauchen mehr Kohle für Bildung !

Chancengerechtigkeit
Wir setzen uns weiterhin für Chancengerechtigkeit ein. Statt Gleichmacherei wollen wir ein differenziertes Bildungssystem, das jedem die Möglichkeit gibt, sich nach seinen individuellen Fähigkeiten und Neigungen zu bilden. Begabtenförderung und die Förderung Lernschwacher müssen in einem differenzierten Bildungssystem nebeneinander bestehen. Die Integration behinderter Mitmenschen in die Bildungseinrichtungen gehört genauso zu einer modernen Bildungspolitik, wie die Möglichkeit von speziellen Leistungsangeboten für alle Leistungsstärken.

Autonomie
Schulen, Hochschulen , Berufs- und Fachhochschulen, alle hängen sie an den Verwaltungsstellen der Länder und Kommunen fest und jegliche Innovationskraft wird schon im Keim erstickt.
Wir brauchen eine weitgehende Autonomie der Bildungseinrichtungen insbesondere in den Bereichen Finanzen, Personalhoheit, Lehrkonzepte und Auswahl der Studierenden. Auf eine Verbeamtung der Lehrenden soll zukünftig verzichtet werden.
Denn nur weitgehend freie Bildungseinrichtungen sind effizient und können mit den knappen Geldmitteln gut haushalten, als dies ein Beamter fern in der Zentrale könnte. Zudem werden Leistungsanreize gesetzt, durch Drittmittel zusätzliche Leistungen anbieten zu können.

Schulen
Schulen müssen mehr Eigenständigkeit bekommen, damit sie eigene Schwerpunkte bilden können. Daher brauchen Schulen auch eigene Personal- und Finanzautonomie.

Grundsätzlich sollten Lehrer von Verwaltungsaufgaben entlastet werden und sich ihren pädagogischen Aufgaben widmen können. Verwaltungsaufgaben sollen von Verwaltungspersonal erfüllt werden.

Es muss ein größeres Gewicht auf die Internationalisierung der Schulausbildung gelegt werden. Fremdsprachenkenntnisse werden in Zukunft eine der wichtigsten Schlüsselqualifikationen sein. Daher fordern wir:
· Englisch in allen Grundschulen ab der ersten Klasse
· eine zweite Fremdsprache als Wahlpflichtfach an Gymnasien und Realschulen ab der fünften Klasse
Der konfessionelle Religionsunterricht soll zugunsten eines ergebnisoffenen Unterrichts wie z.B. Ethik-Lebenskunde-Religion abgeschafft werden.

Die PISA-Studie hat gezeigt, daß die Schüler differenzierter gefördert und gefordert werden müssen. Hierzu sprechen sich die Jungen Liberalen für die Umsetzung folgender Forderungen aus:
· Verkleinerung der Schulklassen auf höchstens 25 Schüler
· Besondere (wenn notwendig getrennte) Forderung der Ausländerkinder zur Erlernung der deutschen Sprache
· Anstrebung eines flächendeckenden Angebots von Ganztagsschulen
Die Lehrerausbildung muss in Zukunft der Vermittlung von pädagogischem und didaktischem Wissen einen viel größeren Stellenwert beimessen.

Wir brauchen einen Wettbewerb der Hochschulen um die besten Konzepte, die besten Professoren und auch um die Studierenden. Die ZVS ist überflüssig und abzuschaffen.

Abschaffung der ZVS
Die ZVS als bürokratisches Monster ist bezeichnend für den Stillstand in der Bildungspolitik.
Jährlich zum 15. Julis findet eine riesige Studentenlandverschickung statt, den hier entscheidet nicht der Student oder die Uni, wo man zukünftig studiert, sondern eine riesige Verwaltungsbehörde.
Wie wollen den Studenten endlich die Möglichkeit geben, sich ihre Universität eigenständig rauszusuchen.
Gleichzeitige ist es auch für die Universitäten ein plus an Selbständigkeit.

Die Unis brauchen mehr Personal- und Finanzautonomie. Um Wettbewerb und Flexibilität zu ermöglichen, soll es deshalb keine Verbeamtung von Lehrern und Professoren mehr geben.

Bildungsgutscheine
Wir Junge Liberale fordern die Einführung von Bildungsgutscheinen. Jedem Studierenden werden dabei auf die Veranstaltungen bezogene Gutscheine ausgehändigt, die ihm ermöglichen sollen, die für einen Studienabschluss notwendigen Lehreinheiten zu absolvieren. Die Hochschule erhält im Austausch gegen die Bildungsgutscheine staatliche Mittel. Die Gutscheine können von den Studierenden nach ihrer individuellen Lebenssituation eingesetzt werden und unterliegen keiner zeitlichen Begrenzung. Bildungsgutscheine sind die bessere Alternative zu allgemeinen Studiengebühren. Studiengebühren schrecken befähigte potentielle Studenten durch akute Überforderung beim Liquiditätsbedarf oder große Kreditvolumina von einer Entscheidung für ein Studium ab. Bildungsgutscheine ermöglichen mehr Wettbewerb um bessere Studienbedingungen, ohne Chancengleichheit zu gefährden. Wir lehnen die Einführung von allgemeinen Studiengebühren ab, da die Situation vieler Hochschulen einer Kostenpflichtigkeit von universitären Ausbildungen spottet.

Bafög-Reform
Bafög- jeder hat schon mal davon gehört, kaum einer bekommt es. Der Weg dort hin ist mir Anträgen und Formularen übersäht. Wir wollen endlich, dass die Verteilung des Bafögs einfacher und gerechter wird.

Eine grundlegende Reform des BAföG ist längst überfällig. Wir setzen uns für das sogenannte Drei-Körbe-Modell ein. (1. Korb: Einkommens- und elternunabhängige Grundförderung, 2. Korb: Individueller Zuschuss 3. Korb: Unverzinsliches Darlehen unabhängig vom Einkommen der Eltern)

Verkürzung der Ausbildungszeiten
Deutsche Schulabgänger sind im internationalen Vergleich zu alt. Wir fordern daher:
· das Abitur nach 12 Jahren in ganz Deutschland
· eine Einschulung mit fünf Jahren als Regelfall
· eine Verkürzung der Studienzeiten
Schon im Kindergartenalter wird der Grundstein dazu gelegt, dass Jugendliche und junge Erwachsene Bildungshunger, Selbstbewusstsein und seelische Festigkeit entfalten.
Wir halten es für sehr wichtig, dass in Betreuungseinrichtungen Bildungserziehung und Betreuungsauftrag miteinander verknüpft werden und dies durch sozialpädagogische Fachkräfte und den Eltern gemeinsam umgesetzt wird.

Berufliche Bildung
Berufliche Bildung soll auf den Beruf vorbereiten, statt den allgemeinbildenden Schulen Konkurrenz zu machen. Die Lehrpläne gehören entrümpelt und auf die Berufsausbildung konzentriert, um Ausbildung für Azubis und Arbeitgeber attraktiver zu machen. Der Fächerkanon muss von Fächern wie Sport und Religion befreit werden. Auszubildende sollen möglichst viel Zeit im Betrieb verbringen, wir wollen deshalb den zweiten Berufsschultag abschaffen.