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Generationengerechtigkeit
1)
Reform des Rentensystems
Die finanzielle Sicherung im Alter gehört zu den wichtigsten
sozialen Aufgaben. Das heutige Rentensystem steuert jedoch
immer mehr in den finanziellen Kollaps. Schon heute müssen
weit über 50 Mill. € an Steuergelder neben den Beitragseinnahmen
in die Rentenkassen transferiert werden. Das Rentensystem
gleicht einem Flickenteppich.
Die
Gründe: Immer weniger junge Menschen, schwache Geburtenjahrgänge,
steigende Lebenserwartung im Alter. All diese Faktoren führen
dazu, dass immer weniger Beitragszahler immer mehr Beitragsempfänger
(Rentner) finanzieren müssen. Zusätzlich treten
hier Junge Menschen im Vergleich zu den anderen Ländern
Europas erst relativ spät in das Berufsleben ein, die
Forderungen manch einer nach der Rente mit 60 hat den gleichen
Effekt, nämlich dass sie die Rentenproblematik noch verschärft
wird, da die Arbeitszeit, wo Beiträge gezahlt werden,
sich weiter verringert.
Die
Jungen Liberalen fordern ein Rentenkonzept das auf drei Säulen
aufbaut und die Belastungen der Umstrukturierung im Rentensystem
zwischen den Generationen fair verteilt. Das heutige System
der Umverteilung ist untransparent und verwaltungsaufwendig.
Die
durchgeführte Riester Rente war ein erster richtiger
Schritt hin zu mehr Eigenvorsorge. Es ist jedoch auch ein
bürokratisches Monster geworden, was einen erheblichen
Mehraufwand an Verwaltungskosten mit sich bringt. Der derzeitige
Beitragssatz von etwas mehr als 19% wird bis 2020 auf ca.
22 % steigen, darauf werden dann noch die 4 % Eigenvorsorge
gesattelt, macht satte 26 % !! Gleichzeitig wird das Leistungsniveau
der Rente auf 64 % herabgesetzt, im Klartext: 26 % Abgaben
bei mageren 64 % Auszahlung. In diese Versicherung zahlt man
mehr ein als man herausbekommt.
Das
Konzept der 3 Säulen sieht einen Übergang von einem
Umlageverfahren hin zu einem Kapitaldeckungsverfahren, sprich,
dass die Rentenbezüge in Zukunft durch Eigenvorsorge
in Form von Versicherungen, Fonds,... größtenteils
abgedeckt werden.
Im
Form der ersten Säule übernimmt der Staat die Grundsicherung,
welche in den gesamten Rentenbezügen eine Grundbezug
sicherstellt. Die zweite Säule soll in Form von betrieblichen
Rentenfonds aufgebaut werden. Die dritte Säule besteht
aus Eigenvorsorge. Dieser Mix hat sich in anderen europäischen
Ländern sehr bewährt. Der Staat sichert eine ausreichende
Eigenvorsorge in Form einer Nachweispflicht.
Gleichzeitig
gibt es eine Vielzahl von Leistungen, welche die Rentenkasse
übernimmt, obgleich sie eigentlich nicht die eigentliche
Versicherungsleistung darstellen. Diese versicherungsfremden
Leistungen sollen im Sinne der Transparenz durch Steuermittel
finanziert werden.
2)
Verschuldung
Der Staat verschuldet sich immer mehr. 1500 Milliarden zählt
der Schuldenberg bis heute. Jetzt droht sogar schon die EU
mit einem blauen Brief, das ehemalige Musterland für
Europa schwächelt. Klar, Schulden machen ist leicht.
Und Wahlgeschenke damit einlösen noch leichter. Jedoch
muss der Schuldenberg auch wieder abgetragen werden. Außerdem
zahlt der Bund jedes Jahr mehr Zinsen für die aufgehäuften
Schulden. Somit bleibt im Haushalt immer weniger Geld, der
Bund zahlt jedes Jahr ca. 32 Milliarden Euro Zinsleistung
bei einem Gesamthaushalt von ca. 220 Mill. Je mehr Schulden
also, desto weniger im Haushalt, zudem müssen die Schulden
auch noch getilgt werden, doch dieses überlässt
man getrost den kommenden Generationen.
Wir
Julis fordern daher den Staat zu verschlanken und die Verschuldung
massiv abzubauen. Schuldenabbau muss oberste Priorität
haben und durch eine konsequente Haushaltkonsolidierung und
Privatisierung erreicht werden. Runter mit den Schuldenberg,
hören wir auf Schulden auf den Rücken unsere nachfolgenden
Generationen zu machen.
Wir
Jungen Liberalen fordern die Erstellung einer Generationenbilanz.
Eine solche Generationenbilanz soll die Leistungen an und
Belastungen für die jeweiligen Jahrgänge vergleichbar
machen. Dazu gehören z.B. Belastungen aus der Staatsverschuldung,
Verpflichtungen aus sozialen Sicherungssystemen, die Umweltlasten
sowie weitere Verpflichtungen und Verbindlichkeiten. Die Generationenbilanz
soll jährlich vom "Sachverständigenrat zur
Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Lage" erstellt
und dem Bundestag vorgelegt werden.
Nur
wirklich privatwirtschaftliche Unternehmen müssen sich
uneingeschränkt im Wettbewerb behaupten und effizient
arbeiten. Es ist nicht Aufgabe des Staates unternehmerisch
zu sein. Staatsunternehmen bzw. Unternehmen mit staatlicher
Beteiligung werden oft genug zur Versorgung langgedienter
Politiker genutzt.
Es
soll ein Privatisierungsgebot ins Grundgesetz aufgenommen
werden. Die Erlöse aus Privatisierungen sind ausschließlich
zum Abbau des Haushaltsdefizits zu nutzen.
3)
Ökologische Marktwirtschaft
Die Umweltpolitik von SPD / Grünen hat versagt. Erstmals
ist im Jahre 2001 die Menge an ausgestoßenem CO2 gestiegen,
Deutschland droht das sich selbst gegebenen Ziel der Reduzierung
der Treibhausgase um 25 % gegenüber 1990 weit zu verfehlen.
Zudem verhindern immer komplizierter werdenden Regelwerke
im Umweltsektor dringend benötigte Investitionen.
Die
Jungen Liberalen bekennen sich gerade im Bereich der Umweltpolitik
zu dem Verursacherprinzip. Wer die Umwelt verschmutzt und
Ressourcen verbraucht, muss dafür selbstverständlich
auch die Kosten tragen. Die Jungen Liberalen fordern daher
die Einführung eines 2-Säulen Prinzips:
Für
den Bereich der Umweltnutzung gerade für den Emissionsbereich
fordern wir ein Lizenzsystem, wie es in einigen europäischen
Nachbarländern schon erfolgreich eingeführt wurde.
Hierbei werden sogenannte Umweltnutzungsrechte an die Unternehmen
vergeben, welche sich dann jährlich reduzieren. Die Kosten
für den Verbrauch von Ressourcen werden somit transparent
und kostenrechnerisch kalkulierbar, die Nutzung von Umwelt
wird als knappes Gute angesehen. Nicht verbrauchte Lizenzen
können dann an Börsen veräußert werden,
was weitere Anreize zur Investition in den Umweltschutz bringt.
Die
Jungen Liberalen lehnen die von Rot-Grün eingeführte
"Öko-Steuer" in der angewandten Form ab. Sie
besteuert Energie ohne Berücksichtigung ihres Ressourcenverbrauchs,
sprich es wird die gleiche Steuer gezahlt, egal ob z.B. Strom
von der Kohle oder Windenergie kommt. Zudem müssen gerade
die energieintensiven Betriebe einen niedrigeren Regelsatz
bezahlen. Die Besteuerung von Energie im Endenergieverbrauch
muss dabei individuell nach der Höhe der Umweltbelastung
geschehen und bei der Staffelung muss auf soziale Aspekte
Rücksicht genommen werden. Die Einnahmen dieser Steuer
und dem Lizenzsystem müssen an die Bürger direkt
zurückgegeben werden. Wer sich umweltfreundlich verhält
soll dafür auch Kosten sparen. Um Wettbewerbsnachteile
zu vermeiden soll eine europäische Lösung angestrebt
werden.
Strom
aus nicht umweltbelastenden Formen wie den regenerativen Energien
sind von der Steuer auszunehmen. Der Forschungsetat an regenerativen
Energien muss aufgestockt werden, um diese Technologien einerseits
durch Markteinführungshilfen, als auch durch verbesserte
Technologien wettbewerbsfähig zu machen.
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